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Bazillen an den Wänden
Wenn man Künstler machen lässt, kommen oft erstaunliche, überraschende und ab und zu gar humorvolle Dinge dabei heraus. Susanne Weirich hat so eine Gelegenheit bekommen und genutzt. Nach der Renovierung der Geschäftsstelle des Marburger Bundes in der Reinhardtstraße sah der Versammlungsraum im Souterrain der Geschäftsstelle ziemlich düster aus.
Susanne Weirich hat die Fenster, durch die man auf die Beine der vorübergehenden Passanten blicken kann, mit Vorhängen verschlossen und lenkt die Aufmerksamkeit der Besucher damit auf den Raum selbst. Sie hat für das niedrige Gewölbe adäquate moderne Kronleuchter entworfen, die die Silhouetten antiker Beleuchtungskörper zitieren. Das reichte allein schon, sich zu wünschen, selbst den Raum in Anspruch nehmen zu können.
Allein, die Künstlerin hat als permanente Installation Teller an die Wände gebracht, die es in sich haben: „Bazillen“. Allerdings sind es keine echten Bazillen, sondern Vergrößerungen von Mikroskopien, die uns die kleine Welt der gefährlichen, nützlichen, aber vor allem mit Künstleraugen gesehenen bunten Tierchen zeigt. Susanne Weirich hat sie auf die Porzellanteller aufbringen und brennen lassen.
Nun strahlen sie als bunte, fast abstrakte Motive auf den Unterlagen. Sicher muss und darf auch niemand von den wunderbaren Tellern essen, obwohl es doch einen gewissen Reiz ausübt, von solch einem kostbaren Kunstwerk zu naschen. Obwohl, wenn es einem gelingt, einen solchen Teller zu erwerben, wird man sich eine klammheimliche Benutzung nicht verbieten lassen.
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